
VOX NOSTRA hat klangvolle ein- und mehrstimmige Gesänge zum hohen kirchlichen Festtag, Mariä Himmelfahrt und anderen Marienfesten zusammengestellt, deren Abfolge eine feierliche Messfeier des Hochmittelalters rekonstruiert. Neben Gregorianischen Chorälen des 10. Jahrhunderts - gesungen nach der originalen Neumennotation - erklingen mehrstimmige Kompositionen um 1200 von Magister Leonin und Magister Perotin der Kathedrale Notre-Dame de Paris und seltene dreistimmige Gesänge aus dem spanischen Zisterzienserinnenkloster Las Huelgas. Das Konzert ermöglicht einen wunderbaren Einblick in den Klangreichtum der Vokalmusik des Mittelalters. Auf Wunsch, können Vox Nostra eine mittelalterliche Messe für andere Termine im Kirchenkalender zusammenstellen.
OMNIA MOVENS – Vokalmusik des Mittelalters als RaumerfahrungNeue sinnliche Erfahrungen der Räume und ihrer akustischen Besonderheiten stehen im Zentrum des Konzertes. Die Sängerinnen und Sänger bewegen sich durch den Konzertraum und die Zuhörer sind eingeladen, die Raumakustik und die verschiedenartigen Reflektionen der Klänge zu erfahren und im Raum wandelnd die Vielfalt akustischer Phänomene zu erkunden.
NOKTURN - NachtgesängeDie Nokturnen bilden den ältesten und umfangreichsten Teil des klösterlichen Stundengebets. Durch Lichtgestaltung und wechselnde, zum Teil unsichtbare Gesangspositionen im Raum, werden die Nokturngesänge in einen modernen Kontext gestellt. Dabei soll die zeitlose Intensität der mittelalterlichen Musik für ein breites Publikum erfahrbar gemacht werden. Die Zuhörer können die Musik im Gehen, Stehen, Sitzen oder Liegen erleben. NOKTURN ist als Konzertreihe mit variablem Programm oder als Einzelkonzert zu erleben.
JUBILUS INFINITUSDer unaufhörlicher JubelDie Vielfalt mittelalterlicher Alleluia-Vertonungen und davon abgeleiteter Gattungen wie Sequenz, Prosulae und Tropen werden hier innnerhalb eines Programms im Zusammenhang und unmittelbarer Nähe zueinander erklingend erfahrbar. Bedeutende zwei- und dreistimmige Organa des 13. Jh. aus dem Repertoire der Kathedrale Notre-Dame de Paris erklingen neben einstimmigen untextierten, lang ausgedehnten Alleluia-Melodien und neu textierten Melodien (Prosulae) aus aquitanischen Handschriften des 12. Jh. sowie Sequenzen des St. Galler Mönchs Notker Balbulus aus dem 9. Jh. Ergänzend lassen Texte der Zeitgenossen die unterschiedlich bewertete Bedeutung des an Gott gerichteten Singens und Sprechens „ohne Worte“ in ihrer Nähe zur Glossolalie erfahren.
PUER NATUS EST NOBISDie berühmte Kathedrale Notre-Dame de Paris spielte im ausgehenden 12. und im 13. Jh. eine zentrale Rolle bei der Entstehung mehrstimmiger liturgischer Kompositionen. Neben einem neu entstandenen, großen Fundus zweistimmiger Kompositionen wurden in mehreren Handschriften drei- und vierstimmige Kompositionen überliefert, die – zwar in kleinerer Zahl und höchstrangigen kirchlichen Festen vorbehalten, jedoch an Länge und Komplexität reich – schon die Bewunderung der aus vielen Orten Europas herbeieilenden staunenden Zeitgenossen hervorriefen und auch heute noch begeistern durch Klangreichtum und kompositorischen Bau. Das in Form einer Messe gestaltete Programm vereint diese Kompositionen mit älteren einstimmigen Gregorianischen Gesängen, die auch oft die Grundlage für die mehrstimmigen Kompositionen bilden.
STELLA SPLENDENSParaliturgische Pilger-Gesänge aus dem Llibre Vermell des frühen 14. Jh., Conductus und Motetten des 13. Jahrhunderts, aquitanischen Gesänge des 11. und 12. Jh. und Gesänge aus dem Las Huelgas – Codex lassen ein musikalisches Zeitenbild im Feld zwischen Liturgischem, Paraliturgischem und Weltlichem vom 11. bis 14. Jh. entstehen.
SWETE JESUS, KING OF BLISSEDas Programm des Vokalensembles Vox Nostra konzentriert sich auf die drei monastischen Zentren der britischen Inseln Winchester, Worcester und St. Andrews, aus deren Skriptorien ein reicher Schatz an Text- und Musikhandschriften erhalten geblieben sind. Sie geben beredtes Zeugnis vom regen Austausch mit den bedeutendsten europäischen Klöstern und Kathedralen. Die vorliegende Auswahl der Gesänge aus Handschriften dieser Skriptorien berücksichtigt sowohl die Lokalheligen Swithun, Aethelwold und Cuthbert als auch die frühen Quellen mehrstimmiger Kompositionen, die die europäische Musikgeschichte in entscheiden-der Form prägten.
HODIE CANDANDUS ESTDas Programm fokussiert auf die unterschiedlichen Lebens- und Arbeitswelten der Mönche und Kleriker in den berühmten Klöstern St. Gallen, St. Martial de Limoges, dem Wallfahrtsort Santiago de Compostela und der Kathedrale Notre-Dame de Paris. An einigen dieser Orte gab es komplexe Verbindungen von Reichspolitik, Veränderung der Liturgietradition, Klosterpolitik, Patronatskämpfen und Bestrebungen, eine Kirche als Wallfahrtsort zu stärken. Mit der Einrichtung bedeutender Klosterbibliotheken und der Entstehung neuer monastischer Arbeitswelten entwickelte sich neben der oralen Tradition eine ausgeprägte Schriftkultur, die sowohl ein- als auch mehrstimmige liturgische Gesänge in großer Zahl dauerhaft fixierte. Es gab widerstreitende Meinungen gegenüber den neu geschaffenen Gesangsgattungen wie Tropen, Sequenzen, Versus, Organa und Motetten, die in diesen Programm von Vox Nostra erklingen.
LUX LUCIS - A polyphonic mass-setting from St. Andrews in the 13th centuryDen Kern dieses Programmes bilden ganz besonders rare Gesänge, z. T. ausschließlich überliefert in dieser einen Handschrift, welche in anderen Teilen sich mit dem Repertoire aus der Kathedrale Notre-Dame de Paris aus Quellen des 13. Jh. deckt. Die Besonderheit sind v. a. Tropen, meist mehrstimmige, mit zusätzlichen Texten versehene Kompositionen, die andere bestehende, geringerstimmige Gesänge der Messe mit ihrem besonderen Schmuck versehen, indem sie auf verschiedenste Weise davor- und dazwischengesetzt werden. Auch harmonisch-klanglich bilden diese damals im entlegenen schottischen Kloster St. Andrews erklungenen Gesänge eine Besonderheit gegenüber dem des europäischen Festlandes.
SALVE VIRGO KATERINAAus dem Dominikanerinnenkloster St. Katharinenthal (Schweiz) ist ein wertvolles großformatiges Graduale mit liturgischen Gesängen des gesamten Kirchenjahres zu Fest- und Sonntagen erhalten geblieben. Die Melodien dieser 1312 entstandenen Handschrift sind in Quadratnotation aufgezeichnet und einige Initialen mit prächtiger Buchmalerei illuminiert. Das Konzert folgt dem Ablauf einer mittelalterlichen Festmesse mit den tradierten Teilen Kyrie eleison – Gloria – Sanctus – Agnus Dei sowie den Gesängen zu Ehren der heiligen Katharina.
SICUT ERAT IN PRINCIPIO ET NUNC ET SEMPERAngelehnt an den Themenkomplex Mathematik und Naturwissenschaft im Mittelalter hat Vox Nostra ein Programm ausgearbeitet, das sich mit der wissenschaftlichen Kategorie der Zeitmessung im Mittelalter und der sich wandelnden Zeiterfahrung der Menschen zwischen 800 und 1400 auseinandersetzt. "Sicut erat in principio et nunc et semper" ist ein Zitat aus der sogenannten kleinen Doxologie Gloria patri et filio, die am Ende von Psalmengesängen mehrfach täglich in Stundengebet und Messe erklingt. Ausgewählte ein- und mehrstimmige Gesänge vom 9. bis zum 14. Jahrhundert zeigen einen der interessantesten Abschnitte europäischer Musikgeschichte.